Schweizer Festivals geraten unter Druck, die Nachfrage ist aber stabil. Warum deine Community wichtiger ist als das Line-up und was zwischen zwei Ausgaben passieren muss.

Man könnte meinen, der Schweizer Festivalszene sei kollektivdie Kreativität ausgegangen. Oder man schaut genauer hin.
Thomas Dürr, Chef des grössten SchweizerKonzertveranstalters, sagt es im Blick ohne Umschweife: Die fetten Jahre sindvorbei. Gagen, Technik, Infrastruktur, alles ist teurer geworden, bis zu 50Prozent in den vergangenen Jahren. Seine Prognose: Die Hälfte aller Festivalsist gefährdet.
Bei Petzi, dem Verband der Schweizer Musikclubs undFestivals, klingt es noch härter. Über drei Viertel der Mitglieder stehenfinanziell unter Druck oder stecken in einer kritischen Lage. GeschäftsführerDiego Dahinden rechnet damit, dass ein Drittel der kleinen Open Airs in dennächsten Jahren verschwindet.
Und dann kommt der Satz, an dem alles hängt.
"Wir haben kein Problem bei der Nachfrage", sagtDahinden. Junge Menschen gehen nach wie vor an Open Airs, die Ticketverkäufesind stabil bis positiv.
Das Problem liegt woanders. Kleine Festivals machen imSchnitt 40 Prozent ihrer Einnahmen über die Bar, und dieser Umsatz sinkt.Gleichzeitig lässt sich ohne grossen Headliner kein höherer Ticketpreisdurchsetzen. Die Marge ist so dünn, dass die meisten praktisch ausverkauft seinmüssen, um überhaupt schwarze Zahlen zu schreiben.
Lies das nochmal: Die Leute wollen kommen. Sie geben vor Ortweniger aus, und die Kosten steigen schneller als die Einnahmen.
Das ist eine schlechte und eine gute Nachricht zugleich.Schlecht, weil du das Loch mit Ticketverkauf allein nicht stopfst. Gut, weildas, was dir hilft, nichts mit deinem Gagenbudget zu tun hat.
Vier Veranstalter kontrollieren über 150 der grösstenFestivals Europas. Alle wollen dieselben Headliner, entsprechend explodierendie Gagen. Das Gurtenfestival zahlt heute rund eine Million Franken mehr fürKünstlergagen als noch vor wenigen Jahren.
Wenn du ein mittelgrosses Openair, einen Club oder eineKonzertreihe machst: Dieses Rennen gewinnst du nicht. Egal wie gut duverhandelst.
Musst du auch nicht.
Eine europäische Studie von TicketSwap mit dem AmsterdamDance Event bringt es auf den Punkt: Für die Gen Z ist das Line-up nach wie vorein Grund zu kommen, aber längst nicht mehr der Unterschied. Herausstechenmusst du über das Gesamterlebnis.
78 Prozent nennen Art Direction, Bühnenbild und Licht alsentscheidend für die Atmosphäre. 55 Prozent sagen, die spontanen, unerwartetenMomente bleiben am längsten hängen.
Und ein Detail, das viele Veranstalter überrascht: Dieaufgebauten Sponsorenwelten empfinden 78 Prozent der Gen Z als Teil desErlebnisses, 40 Prozent sagen sogar, sie machen das Festival besser. Wasfrühere Generationen als Störung empfanden, gehört heute zum Programm.
Wer 150 Franken für ein Ticket zahlt, kommt nicht nur fürdie Musik. Er erwartet, dass auch die Stunden zwischen den Acts etwas hergeben.
Das heisst nicht, dass du jetzt eine Kunstinstallation bauenmusst. Es heisst, dass dein Erlebnis nicht erst anfängt, wenn der erste Act aufder Bühne steht.
"Gehen wir?" entscheidet fast nie eine Personalleine. Das entscheidet eine Gruppe. Jemand wirft den Link in den Chat, dreisagen zu, einer sagt "ich schau noch", und ob dieser eine am Ende einTicket kauft, hängt oft nur daran, wie leicht du es ihm machst.
Deshalb ist deine Community kein Marketing-Wort. Wer dichkennt und dir vertraut, kommt selten alleine. Wer über eine Anzeige neudazukommt, kostet dich Geld und bringt niemanden mit.
Die Frage ist also nicht, wie du mehr Leute erreichst. DieFrage ist, was in den elf Monaten zwischen zwei Ausgaben passiert.
Bei den meisten lautet die ehrliche Antwort: nichts. VierWochen vor dem Vorverkauf geht der Newsletter raus, an eine Liste, dieniemanden mehr kennt.
40 Prozent, du erinnerst dich. Dahin kommst du nur mitLeuten, die früher kommen und länger bleiben. Und die tun das, weil sie sichseit Wochen darauf freuen.
Vorfreude entsteht nicht im Mai. Sie entsteht im Januar,wenn draussen nichts los ist und jemand abends auf dem Sofa sitzt und aufsHandy schaut. Dann schickst du ihm den nächsten Act, zwei Tage bevor esoffiziell rausgeht. Oder das Bar-Menü, das die Wunderbar mit einem Mixologengebaut hat, vom Ohrenwurm am Morgen bis zum Sandmann, wenn es langsam gut ist.Oder welche Foodtrucks kommen, damit niemand am Vorabend noch Sandwichesschmiert.
Im Club dasselbe, einfach schneller getaktet. Wer dreimal aneinem Drum-and-Bass-Abend war, freut sich über eine kurze Nachricht, sobald dernächste Name in dieser Richtung steht.
Nichts davon ist Raketenwissenschaft. Es setzt nur voraus,dass du weisst, wer da schreibt und was diese Person schon bei dir gekauft hat.
Genau dafür haben wir es gebaut. Nicht als weiteres Tool,das du nebenher pflegst, sondern als den Ort, an dem alles zusammenläuft.
Alle Kanäle in einem Posteingang, verbunden mit deinenBookinea-Ticketdaten. Segmente, die aus echtem Verhalten entstehen: wer letztesJahr da war und dieses Jahr noch nicht gekauft hat, wer immer in der erstenWoche zuschlägt, wer jedes Mal vier Leute mitbringt. Flows, die weiterlaufen,während du am Zaun stehst, von der Willkommensnachricht nach dem Kauf überAnreise und Timetable eine Woche vorher bis zum Danke mit den Bildern danach.Ein Bot für die Fragen, die sich wiederholen. Und ein sauberes Opt-in, weil dasin der Schweiz keine Option ist, sondern Grundlage.
Angefangen haben wir damit, dass du deine Kunden nicht mehran fremde Marktplätze verschenkst. Dann haben wir dafür gesorgt, dass deineDaten sauber fliessen. Und zuletzt ging es darum, dort zu sein, wo über deinEvent tatsächlich geredet wird.
Der rote Faden: Es geht nie um das Tool. Es geht darum, wemdie Beziehung zu deinem Publikum gehört.
Die Festivals, die die nächsten Jahre überstehen, sind nichtdie mit dem grössten Headliner-Budget. Es sind die, die ihre Leute kennen, mitihnen reden und ein Erlebnis bauen, über das man am Montag noch spricht.
Die Nachfrage ist da. Der Rest ist deine Entscheidung.